|
Geschrieben von: Michael Busch
|
|
Sonntag, den 30. August 2009 um 21:43 Uhr |
|
Nachdem im Jahre 1857 in Windeck - Schladern der Sieglauf zwecks Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Köln und Giessen verlegt wurde, entstand dort der weithin bekannte Schladerner (ELMORES) Wasserfall. Die englische Firma ELMORES siedelte sich, bedingt durch die Möglichkeiten der entstandenen Ressourcen, 1894 neben dem Wasserfall an und nutzte den entstandenen Höhenunterschied zur Stromerzeugung durch Wasserkraft. Der Strom wurde zur Galvanoformung eingesetzt. Hergestellt wurden damals nahtlose Kupferrohre. Grundsätzlich wurden dazu Baumstämme überdreht, mit Pech bestrichen und anschließend mit einer dünnen Bleifolie beschlagen. Die so entstandene Leitschicht wurde in einem galvanischen Kupfer Bad verkupfert. Die Expositionsraten dürften wohl 200 - 300 µm Wandstärke pro Tag gewesen sein, so daß ein 10 mm starkes Rohr in 30 bis 40 Tagen abgeschieden wurde. Nachdem man den Baumstamm herausgezogen hatte, war das Rohr fertig. Für die damalige Zeit ein Novum. Im Jahre 1962 geht die Fa. ELMORES in den Besitz der Kabel und Metall Gutehoffnungshütte AG über. Aus ELMORES wurde Kabel Metall Schladern (KMS). Nachdem zur Herstellung nahtloser Kupferrohre andere, günstigere Alternativen ( z.B. Elektronenstrahlschweissen ) zur Verfügung standen, gingen die Auftragseingänge der Elektrolyse immer weiter zurück, so dass ab 1980 der Bottichsaal ( die Kupferelektrolyse mit ca. 140 Kupferbädern ) nach und nach geschlossen wurde. Die Sonderfertigung der Elektrolyse von KMS, welche sich damals mit speziellen Verfahren und Produkten der Galvanoformung auseinandersetzte ( u.a. Hohlleiter, Kühlstrukturen ect. ) wurde geschlossen. Da Kabelmetal Electro-Hannover (KE) Teile dieser Fertigung für Ihre Antennen benötigte, wurde der damalige Leiter, Werner Szcepaniak gedrängt, die Sonderfertigung zu übernehmen und in einem eigenen Unternehmen weiterzuführen. So wurde die Galvano-T GmbH (GT) Mitte 1985 gegründet und werkelte für die nächsten 7 Jahre im Kabelmetal Gelände in den Gebäuden von Werk 1 ( direkt über den Turbinen ). KMS wurde 1995 endgültig geschlossen. GT war bereits 1993 in den Nachbarort Rosbach/Sieg in die Räumlichkeiten der ehemaligen Stahlbaufirma HERMES umgezogen.
|
|
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 19. September 2009 um 07:24 Uhr |